|
Ralf Krause, geboren 1948 in Storkow (Brandenburg),
wollte bereits als Teenager in den frühen 60er Jahren nichts anderes werden
als Musiker und spielte schon in jungen Jahren in der DDR-Beat-Band The Reytles. Doch
der real existierende Sozialismus kannte keine freie Berufswahl und hatte zunächst
anderes mit ihm vor. Über den Umweg eines Studiums der Technologie des
Maschinenbaus, Jobs als Holzdrechsler und Graphiker fürs DDR-Fernsehen kam er
dann 1975 inspiriert durch Manita de Plata zum Studium der Flamenco-Gitarre.
Von 1978 bis 1990 folgten regelmäßige Auftritte im sozialistischen Lager. In einem
Gitarrenlexikon der DDR wird er namentlich für sein Flamenco-Spiel gerühmt. Parallel
zu seiner Arbeit als Gitarrist schrieb er 1977 seine erste Stückmusik für die
finnische Theaterregisseurin Titty Oittinen zu einer Produktion am
Friedrich-Wolf-Theater in Neustrelitz. Es folgten weitere Engagements als
Theatermusiker und -komponist in Neustrelitz.
1988 schrieb er die Ballettmusik für
das Stück "Don Quichote" für die Bühnen der Stadt Gera und für die Eigenproduktion
"Der Mond und der Tod", das ebenfalls von den Bühnen der Stadt Gera gekauft wurde.
Im gleichen Jahr begann die musikalische Zusammenarbeit mit dem ersten freien
Tanztheater der DDR von Thomas Guggi und Paula E. Paul in Berlin. Die Zusammenarbeit
dauerte bis ein Jahr nach der Wende im Jahr 1990.
1988, ein Jahr vor der Wende, war
Ralf Krause Mitinitiator, Komponist und musikalischer Leiter des bis dahin größten
Flamencoprojekts der DDR - "AFICIONADO" -, unter der Choreographie von Almut Dorova
und Paula E.Paul. Das Projekt ging im Lindenpark Potsdam, im Theater im Palast und im
Kino Babylon in Berlin mit großem Erfolg über die Bühne.
Nach der Wende die
Neuorientierung: 1992 befaßte er sich mit der Konzeption und Realisierung des
Tanzstudios "MARAMEO" in den Hackeschen Höfen, Berlin, schrieb die Musik für den Film
"Vademecum Vitalis", die Abschlußarbeit von Martin Robacki an der Filmhochschule in
Potsdam, Babelsberg und begann schließlich die langjährige und intensive
Zusammenarbeit mit Jo Fabian in der Gruppe fabian.dept, Berlin.
In den 9 Jahren der Zusammenarbeit entstanden unter anderem
Kompositionen für die Stücke "Keine Gnade" (1992), "Die letzte tanzende Kommunistin
vom Prenzlauer Berg" (1993), "Hegels verpatzte Ferien" (1994), "They walk and they
talk" (1994), "Alzheimer Light" (1996), "Autist World" (1997), "Pax Germania" (1997),
"Die Krähe" (1998), "Perlimplin" (1998), "Fast Feet" (1998), "Die andere Seite"
(1999), "Light House" (2000), "The dark side of time" (2001), "Tristan und Isolde"
(2001). Während der Arbeit in der Gruppe fabian.dept übernahm er immer wieder auch
Kompositionen für andere Theater (u.a. "Perfect Bodies - Perfect Minds", Junges Theater
Bremen, "Der Wunschpunsch", Kleist-Theater Frankfurt/Oder).
Außerdem war er
Darsteller und Bühnenmusiker in den Stücken "Alzheimer Light", "Autist World",
"Perlimplin" und "Die andere Seite" (Lorca-Trilogie), sowie "Fast Feet". Und er
übernahm Komposition und Mastering für die CD-Rom "No Fish, No Cheese" von Jo
Fabian (2000).
2002 machte er die Musik für das Tanzsolo "Planta del Pie" von
Paula E. Paul (Regie: Petra Bogdahn) und für die Tanz- und Videoinstallation "Melting Point" von labor
G.RAS und kube libre in Berlin, bei der er live zusammen mit David Hernandez 6 Stunden täglich improvisierte.
2003 komponierte Ralf Krause die Musik zu "Don Juan" von
Molière unter der Regie von Frieder Venus an der Landesbühne
Sachsen in Dresden-Radebeul. Die Musik wurde live von ihm
aufgeführt. Im Juli 2003 fand in den Berliner sophiensaelen die Premiere von Konzert Nr. 1,
der Kult-Musikperformance von Rosa Enskat und Susanne Jansen, statt. Kompositionen, Arrangements und live-Musik u.a. von Ralf Krause.
2004 komponierte er unter anderem die Musik zu "story - no story", einer Tanzperformance von laborGRAS (Renate Graziadei
und Arthur Stäldi), die 2004 den ersten Preis des Kurt-Jooss-Preis gewann.
2005 wird Ralf Krause endlich wieder live auf der Bühne zu sehen sein: am 24. November 2005
findet in den sophiensaelen in Berlin die Premiere von "Konzert Nr.2", das Nachfolgeprogramms der kultigen Musikperformance
"Konzert Nr. 1" von Rosa Enskat und Susanne Jansen, statt. (Weitere Vorstellungen: 25.11. bis 27.11.2005)
|